Gifu zählt bestimmt nicht zu den touristischen Hotspots Japans. 400.000 Leute wohnen hier. In Japan zählt Gifu damit wahrscheinlich nur zu den Kleinstädten.

Dennoch gibt es einen guten Grund, warum ich hier aufschlage: Ukai oder eben Kormoranfischen. Kormoranfischen hat eine bis ins 7. Jahrhundert zurückreichende Tradition. Nur auserwählten Familien war diese Art des Fischens gestattet. Heute betreiben in Gifu noch 6 Fischerfamilien Ukai. Gefischt wird vor allem Ayu, eine kleine Delikatesse in Japan.

Wie funktioniert das Ganze? Der Kormoran wird zunächst trainiert. Er muss sich daran gewöhnen, während der Fischjagd an einer Leine gefangen zu sein. Zudem verengt eine Schnur den Kormoranhals. So kann der Kormoran wohl den Fisch fangen, hinunterschlucken kann er ihn aber nicht. Der Fisch bleibt dem Kormoran tatsächlich im Halse stecken. Des Fischers Aufgabe ist es, den Kormoran vom Fisch zu erlösen. Gute Kormorane schaffen dabei 150 Fischfänge je Stunde.

Das klingt nach einer fiesen Angelegenheit, speziell für den Kormoran.  Aber ich las, dass die gezähmten Kormorane doppelt bis dreifach so alt werden wie ihre wilden Verwandten. Vielleicht ist das Ukai-Komoranleben doch nicht so übel.

Die Kormoranfischerei geht auch nachts vonstatten. Auf den Booten erhellen dann große Fackeln die Szenerie. Heute hat das eher folkloristischen Charakter. Die 6 Fischerboote werden von gefühlt 20 Touristenbooten umgarnt. Wir Touristen waren beim Ukai wirklich hautnah dabei.

Komoranfischen in Gifu
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